Wissen · Ratgeber und Glossar

Wissen: Hochverfügbarkeit, Proxmox und Anbieterauswahl

Kurzantwort

Der Wissensbereich von managed-cluster.net bündelt Ratgeber zu Hochverfügbarkeit und Proxmox: Verfügbarkeit berechnen, Split-Brain, Quorum und Fencing, Proxmox vs. VMware und eine Checkliste für die Auswahl eines Hosting-Anbieters. Das Glossar erklärt 18 Fachbegriffe vom Quorum bis zum AV-Vertrag in ein bis zwei Sätzen und verweist jeweils auf die Seite, die das Thema vertieft.

Geschrieben für IT-Leitung, Architektur, Informationssicherheit und Einkauf: Herstellerangaben, RFCs und Rechtsvorschriften mit Primärquelle, jede Seite mit sichtbarem Stand-Datum.

Ratgeber

Ratgeber zu Hochverfügbarkeit, Proxmox und Anbieterauswahl

Die vier Beiträge im Wissensbereich von managed-cluster.net beantworten die Fragen, die bei der Planung einer hochverfügbaren Plattform zuerst kommen: Wie viel Ausfallzeit erlaubt ein Verfügbarkeitswert? Warum braucht ein Cluster drei Nodes? Ist Proxmox VE eine Alternative zu VMware? Und was sollte ein Hosting-Anbieter für kritische Systeme belegen können? Jeder Beitrag nennt seine Quellen und ein Stand-Datum.

Glossar

Glossar Hochverfügbarkeit und Proxmox: 18 Begriffe kurz erklärt

Das Glossar von managed-cluster.net erklärt die Fachbegriffe, die in Architekturgesprächen, Angeboten und Verträgen für hochverfügbare Proxmox-Cluster immer wieder fallen, jeweils in ein bis zwei Sätzen. Wo ein Eintrag beschreibt, wie wir arbeiten, steht das ausdrücklich dabei. Jeder Begriff verweist auf die Seite, die das Thema ausführlich behandelt.

Cluster und Failover

Quorum
Die Mehrheit der Stimmen in einem Cluster (Proxmox VE vergibt standardmäßig eine Stimme je Node): Nur Nodes, die miteinander kommunizieren und gemeinsam diese Mehrheit halten, dürfen den Clusterzustand ändern; ohne Quorum wechselt Proxmox VE in einen Nur-Lese-Modus (Quelle 1). Bei drei Nodes, unserem Standard, behalten nach einem Ausfall zwei die Mehrheit.
Quorum und Mehrheitsrechnung
Fencing
Abgrenzen eines ausgefallenen oder abgeschnittenen Nodes: Der Cluster stellt sicher, dass er wirklich nicht mehr arbeitet, bevor seine Dienste anderswo starten. So läuft keine virtuelle Maschine doppelt (Quelle 2).
Fencing im Proxmox-Cluster
Split-Brain
Zustand, in dem Teile eines Clusters nach einer Netzstörung unabhängig weiterarbeiten und dieselben Ressourcen beanspruchen, etwa zwei Instanzen einer VM auf denselben Daten. Quorum und Fencing verhindern das.
Wie Split-Brain entsteht
Corosync
Die Cluster Engine, über die die Nodes eines Proxmox-VE-Clusters kommunizieren und das Quorum bilden (Quelle 1). Fällt ein Node aus, erkennt Corosync den Ausfall; die übrigen Nodes behalten das Quorum, solange sie die Mehrheit der Stimmen halten.
Referenzarchitektur mit drei Nodes
HA Manager
Der Dienst in Proxmox VE, der hochverfügbar konfigurierte virtuelle Maschinen und Container überwacht und sie nach einem Node-Ausfall und dem Fencing automatisch auf einem anderen Node neu startet (Quelle 2). Dienste, die hinter dem Loadbalancer auf mehreren Nodes laufen, bleiben dabei erreichbar.
Ablauf eines Failovers Schritt für Schritt
Live Migration
Umzug einer laufenden virtuellen Maschine auf einen anderen Node, ohne sie herunterzufahren. Wir nutzen Live Migration, um einen Node vor Updates oder Wartungsarbeiten freizuräumen.
Leistungsumfang im Managed Proxmox Cluster
Rolling Update
Aktualisierung Node für Node im laufenden Betrieb: Ein Node wird aktualisiert und geprüft, bevor die übrigen folgen, und bei Problemen rollen wir zurück. Ausnahmen wie das Major-Upgrade einer Datenbank kündigen wir an und legen sie in ein Zeitfenster, das Sie wählen.
Rolling Updates im Patch-Management
N+1
Auslegung mit einer Einheit Reserve: N Komponenten tragen die geplante Last, eine zusätzliche fängt den Ausfall einer davon auf. Nach diesem Prinzip legen wir die Nodes unserer Cluster aus.
Redundanzkonzept in der Konzeption
Floating IP
IP-Adresse, die bei einem Ausfall automatisch auf ein anderes System übergeht, sodass Clients den Dienst unter derselben Adresse weiter erreichen. Unsere redundanten Loadbalancer arbeiten mit einer Floating IP.
Redundanz je Ebene im HA-Cluster

Storage, Wiederanlauf und Standorte

Ceph
Verteiltes, selbstheilendes Storage-System ohne zentrale Komponente, über die alle Zugriffe laufen; die Daten liegen verteilt auf den Platten aller Nodes (Quelle 3). In den Paketen Essentials und Business hält Ceph jeden Datenblock dreifach auf verschiedenen Nodes und stellt die Soll-Redundanz nach einem Ausfall selbst wieder her.
Managed Ceph Cluster
ZFS-Replikation
Replikation auf Basis von ZFS: Proxmox VE kopiert die Daten einer VM in einstellbaren Intervallen auf einen anderen Node, deshalb können bei einem Ausfall Änderungen seit dem letzten Lauf verloren gehen (Quelle 4). Wir setzen sie in kompakteren, individuell konzipierten Setups ein.
Ceph oder ZFS im Vergleich
RTO (Recovery Time Objective)
Die längste Zeit, die ein System nach einem Ausfall stillstehen darf. Den RTO ermitteln wir in der Bestandsaufnahme und legen ihn gemeinsam mit Ihnen im Betriebsvertrag fest.
RTO und RPO festlegen
RPO (Recovery Point Objective)
Der größte hinnehmbare Datenverlust, gemessen als Zeitspanne vor dem Ausfall. Er bestimmt, wie oft gesichert oder repliziert werden muss, und steht wie der RTO im Betriebsvertrag.
Wie das Verfahren den RPO bestimmt
Georedundanz
Verteilung von Systemen, Daten oder Sicherungen auf räumlich getrennte Rechenzentren, damit ein Ereignis an einem Standort nicht alle Kopien trifft. Unser Zweitstandort NBG01 in Nürnberg nimmt Backup-Kopien außerhalb des Hauptstandorts FRA01 auf und ist zweites Standbein für Multi-Standort-Deployments.
Zweitstandort NBG01

Netz und Vertrag

Autonomes System (AS)
Nach RFC 1930 eine zusammenhängende Gruppe von IP-Präfixen mit einer einheitlichen, klar definierten Routing-Policy, betrieben von einem oder mehreren Netzbetreibern (Quelle 5). Das Netz von Cube-Hosting unter Ihren Clustern ist AS47263.
Was ein eigenes AS bringt
BGP (Border Gateway Protocol)
Das Routing-Protokoll zwischen autonomen Systemen, über das Netze Erreichbarkeitsinformationen austauschen (Quelle 6). AS47263 peert über BGP unter anderem an den Internet-Exchanges ERA-IX Frankfurt, NL-ix und frankonIX.
Netzwerk AS47263 mit eigenem BGP
Looking Glass
Öffentlicher Zugang, über den Außenstehende die Routing-Sicht eines Netzes abfragen. Präfixe und Peerings von AS47263 sind öffentlich auf bgp.tools dokumentiert.
AS47263 auf einen Blick, mit Prüflinks
AV-Vertrag
Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO: Verarbeitet ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag Ihres Unternehmens, verlangt die DSGVO dafür einen Vertrag oder ein anderes Rechtsinstrument (Quelle 7). Bei uns ist der AV-Vertrag Teil des Vertragswerks nach deutschem Recht; Ihre Cluster-Daten verarbeiten und speichern wir ausschließlich in Deutschland.
AV-Vertrag und Datenschutz

Quellen

  1. Proxmox Server Solutions GmbH: Proxmox VE Administration Guide, Kapitel „Cluster Manager“. pve.proxmox.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  2. Proxmox Server Solutions GmbH: Proxmox VE Administration Guide, Kapitel „High Availability“, Abschnitt „Fencing“. pve.proxmox.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  3. Ceph-Projekt (Ceph authors and contributors): Ceph-Dokumentation, „Architecture“ (Release Tentacle). docs.ceph.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  4. Proxmox Server Solutions GmbH: Proxmox VE Administration Guide, Kapitel „Storage Replication“. pve.proxmox.com, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  5. IETF: RFC 1930, Guidelines for creation, selection, and registration of an Autonomous System (AS), März 1996. rfc-editor.org, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  6. IETF: RFC 4271, A Border Gateway Protocol 4 (BGP-4), Januar 2006. rfc-editor.org, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  7. Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 28 „Auftragsverarbeiter“, Amtsblatt der Europäischen Union. eur-lex.europa.eu, abgerufen am 9. Oktober 2026.

Stand des Glossars: . Herstellerangaben, RFCs und Rechtsvorschriften sind mit Quelle gekennzeichnet.

Nächster Schritt

Vom Glossar zur Architektur Ihres Clusters

Sie kennen Verfügbarkeitsziel, RTO und RPO Ihrer Anwendung oder möchten genau das klären? Beschreiben Sie Anwendung und Lastprofil. Nach der Bestandsaufnahme erhalten Sie ein schriftliches Konzept mit Architekturzeichnung, Komponentenliste und Festpreis für Aufbau und Betrieb.